Tender Republic Ausschreibungen

Ableitung eines „Specific Protection Goals“ (SPG) für Ameisen zur Bewertung von Ökotoxizitätstests

Bundesamt für Naturschutz, BonnFrist abgelaufen

Frist (abgelaufen)
vor 362 Tagen abgelaufen
Geschätzter Wert
nicht angegeben
Verfahren
Öffentliche Ausschreibung
Ort der Leistung
nicht angegeben
Veröffentlicht

Die Vergabeunterlagen liegen auf der Plattform des Auftraggebers.

Beschreibung

In der Risikobewertung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) werden Effekte auf Nicht-Zielorganismen oft anhand ökotoxikoloigscher Tests untersucht. Welche Arten im Detail getestet werden sollen ist für GVO nicht festgelegt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Umwelt, in die der GVO freigesetzt werden soll. Neben der Bedeutung der Testorganismen für betroffene Ökosysteme sollen Stellvertreterorganismen getestet werden, die Bezug zu wichtigen Schutzzielen wie Ökosystemleistungen oder die Biodiversität haben. Während Schutzziele der Landwirtschaft (z.B. Schutz natürlicher Antagonisten von Schädlingen) durch bestehende Testorganismen gut abgedeckt sind, fehlen Stellvertreterorganismen, die einen direkteren Bezug zur Biodiversität aufweisen. Um diese Lücke zu schließen wurden über ein F+E Projekt von 2020 bis 2024 ein Konzept zum Test von Ameisen entwickelt, die in vielen Ökosystemen wichtige Funktionen einnehmen und die Biodiversität positiv beeinflussen können. Mit dem Vorhaben konnte gezeigt werden, dass sich Ameisen gut für ökotoxikologische Versuche eigenen und aktuelle Testverfahren ergänzen können. Ameisen sind, ähnlich wie Bienen, eusozial. Ausgehend von der sozialen Struktur und Ökologie von Ameisen wurde in einem Vorgängervorhaben ein Testsystem mit mehreren Stufen und verschiedenen Endpunkten entwickelt. Um für Ameisen eine effektive Testmethode zu entwickeln, die auch in Zulassungen angewendet werden kann, ist eine Priorisierung der Messparameter notwendig. Mit dem aktuellen Vorhaben soll diese Priorisierung über ein mathematisches Modell erfolgen, um verschiedene Messpunkte für ein sogenanntes „Specific Protection Goal“ auf Basis des Koloniewachstums zu entwickeln. Ein solches Vorgehen umfasst auch Vorschläge für ein akzeptables Schadensmaß (räumlich und zeitlich differenziert) zu unterbreiten.