Tender Republic Ausschreibungen

Klimaschutz und Ressourcenschonung durch die Steigerung der Verwertung biogener Abfälle in Sachsen-Anhalt -Bioökonomie

Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle (Saale)Frist abgelaufen

Frist (abgelaufen)
vor 900 Tagen abgelaufen
Geschätzter Wert
nicht angegeben
Verfahren
Öffentliche Ausschreibung
Ort der Leistung
nicht angegeben
Veröffentlicht

Die Vergabeunterlagen liegen auf der Plattform des Auftraggebers.

Beschreibung

1. Zielstellung Mit dem Projekt sollen die folgenden Fragen beantworten werden: - Wie hoch war das Aufkommen an getrennt gesammelten Bioabfällen in den letzten drei Jahren je Landkreis und kreisfreier Stadt in Sachsen-Anhalt und wie wird es sich entwickeln? - Wie werden die getrennt gesammelten Bioabfälle je Landkreis und kreisfreier Stadt derzeit entsorgt? - Welche Entsorgungsanlagen für Bioabfälle gibt es bereits und sind geplant in Sachsen-Anhalt, im Hinblick auf die aktuellen und geplanten Kapazitäten der Anlagen, die Art der Verwertung sowie deren nachgelagerte Nutzung? - Wie hoch ist der prozentuale Anteil je Landkreis und kreisfreier Stadt in Abhängigkeit der jeweiligen Siedlungsstruktur (ländliche Region bzw. Ballungsgebiet) an Eigenkompostierung ohne Biotonne in Sachsen-Anhalt? - Wie hoch sind die anfallenden Mengen an Bioabfällen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen, wie z.B. Nahrungs- und Futtermittel-, Getränkeherstellung sowie Gastronomie in Sachsen-Anhalt? Gleichzeitig soll aus dem Projekt, Erkenntnisse für die Umsetzung das Strategiepapiers „Bioökonomie als Treiber für Wertschöpfung und Innovation“ gewonnen werden. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, den in Sachsen-Anhalt verantwortlichen Entsorgungsträgern Vorschläge und Ideen für Maßnahmen näher zu bringen, die den Anteil an getrennt gesammelten Bioabfällen steigern, um somit das Potenzial von Bioabfällen besser nutzen zu können. 2. Aufgabenstellung Das Projekt ist durch den Auftragnehmer klar zu strukturieren. Die in der Zielstellung genannten Punkte sind in passende Kapitel aufzuteilen. Es sind u.a. folgende Kapitel zu erstellen: 2.1 Grundlagen Das Kapitel hat eine umfassende Einführung in die rechtlichen und technischen Aspekte der Getrenntsammlung der Bioabfälle und deren Verwertung zu geben. 2.1.1 Rechtliche Grundlagen Im ersten Teil sollen die Grundlagen der Getrenntsammelpflicht für Bioabfälle behandelt werden. Dazu gehören zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich aus dem Abfallrecht ergeben. 2.1.2 Technische Grundlagen Im zweiten Teil sind auf die verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten für Bioabfälle einzugehen und anschließend eine umfassende Betrachtung und Erläuterung der derzeitigen Entsorgungswege für die getrennt gesammelten Bioabfälle vorzunehmen. 2.1.3 Datengrundlage und Methodik der Datenerhebung Die Datengrundlage und die Beantwortung der jeweiligen Aufgabenstellungen sind für jedes Kapitel detailliert und in geeigneter Form zu beschreiben. 2.2 Aktueller Stand der getrennt gesammelten Bioabfälle in Sachsen-Anhalt und Prognosen 2.2.1 Aktueller Stand der getrennt gesammelten Bioabfälle Das Kapitel hat das derzeitige Aufkommen an Bioabfällen aus den letzten drei Jahren je Landkreis und kreisfreier Stadt in Sachsen-Anhalt sowie die derzeitigen Entsorgungswege darzustellen. Unter Berücksichtigung der dem LAU vorliegenden Daten wird als Zeitpunkt für die Erhebung des Aufkommens an Bioabfällen das Jahr 2020 festgelegt. Für die Datenerhebung kann im LAU auf die Abfallbilanz zurückgegriffen werden. Für die Darstellung der aktuellen Entsorgungssituation sind Anlagendaten vom Landesverwaltungsamt (LVwA) abzufragen. Für die Ermittlung des Anteils an Eigenkompostierung je Landkreis und kreisfreier Stadt ist eine Abfrage zu erstellen und zur Datenerhebung bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern einzureichen. 2.2.1.1 Aufkommen an Bioabfällen Das Aufkommen der Bioabfälle ist für die Jahre 2020, 2021 und 2022 je Landkreis und kreisfreier Stadt in Sachsen-Anhalt aufzuschlüsseln. Weiterhin soll in diesem Zusammenhang eine Aufstellung der jeweiligen Entsorgungswege mit den entsprechenden Mengen je Landkreis und kreisfreier Stadt erfolgen. 2.2.1.2 Entsorgungswege Bioabfälle Für die Darstellung der aktuellen und geplanten Anlagen zur Behandlung von Bioabfällen sind sämtliche Entsorgungswege und deren Kapazitäten sowie die nachgelagerte Nutzung zu berücksichtigen. Dazu zählen u.a.: - Kompostierung, - Vergärungsanlagen. 2.2.1.3 Anteil an Eigenkompostierung Der tatsächliche prozentuale Anteil je Landkreis und kreisfreier Stadt an Eigenkompostierung ohne Biotonne ist zu ermitteln. Für diese Datenerhebung ist zwingend eine Abfrage bei den zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern erforderlich. Dazu ist im Vorfeld vom Auftragnehmer (AN) ein entsprechendes Formular zur Abfrage zu erstellen, aus dem der Anteil an Eigenkompostierung je Landkreis und kreisfreier Stadt eindeutig hervorgeht und entsprechend auswertbar ist. Das Formular zur Abfrage ist im Vorfeld mit dem Auftraggeber (AG) abzustimmen. 2.2.1.4 Aufkommen an Bioabfällen in verschiedenen Wirtschaftszweigen In dem Kapitel sollen die anfallenden Mengen an Bioabfällen verschiedener Wirtschaftszweige, wie z.B. Nahrungs- und Futtermittel-, Getränkeherstellung sowie Gastronomie, in Sachsen-Anhalt ermittelt werden sowie deren derzeitiger Entsorgungsweg. Diese Daten sind vom AN zusammenzutragen und hinsichtlich deren Potenzial auszuwerten. 2.2.2 Prognose des Bioabfallaufkommens und die Bioabfallverwertung Das Kapitel soll eine Prognose beinhalten aus der hervorgeht, welche Mengen an Bioabfällen in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten in Abhängigkeit der jeweiligen Siedlungsstruktur (ländliche Region bzw. Ballungsgebiet) in Sachsen-Anhalt tatsächlich getrennt gesammelt werden könnten, wenn die Biotonne flächendeckend eingeführt wäre und keine Möglichkeit zur Eigenkompostierung bestünde. Für die Ermittlung der Mengen in Abhängigkeit der Siedlungsstruktur kann auf die vorliegenden Sortieranalysen zurückgegriffen werden bzw. sind diese Daten bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu erfragen. Anhand dieser Prognose soll das Potenzial der Bioabfälle im Hinblick auf die Erzeugung von klimaneutraler und regionaler Energie sowie als Nährstoff- und Humuslieferant aufgezeigt werden. Weiterhin soll dargelegt werden, welche fossilen Energieträger durch eine energetische Verwertung der Bioabfälle ersetzt werden können sowie wie viel CO2 sich dadurch einsparen lässt. 2.3 Modellanlage für die Verwertung von Bioabfällen Aus den gewonnenen Daten der Prognose soll für eine Region in Sachsen-Anhalt eine Modellanlage für die Verwertung von Bioabfällen mit anschließender energetischer Nutzung konzipiert werden. Für diese Anlage sollen die Kosten sowie der Nutzen gegenübergestellt werden. Weiterhin sollen gesetzliche Fördermöglichkeiten inkl. den entsprechenden Rahmenbedingungen aufgezeigt werden. Bei der Modellanlage kann es sich auch um eine bereits bestehende Biogasanlage, welche bisher mit nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) betrieben wird, handeln. An dieser Art von Anlage kann aufgezeigt werden, welche Auswirkungen die Substitution der nachwachsenden Rohstoffe durch Bioabfälle auf die nachgelagerte Nutzung der Anlage hat. 2.3.1 Auswahl der Region und die Art der Modellanlage Das Kapitel hat die verschiedenen möglichen Regionen abzubilden, die sich aus den zu erwartenden Trends des Bioabfallaufkommens und der Anlagenverfügbarkeit ergeben. Weiterhin sollen die verschiedenen Arten einer möglichen Modellanlage dargelegt und bewertet werden, hinsichtlich der folgenden Kriterien: - Zugang zu Einspeisungspunkten (Strom-, Nah- und Fernwärme- und Erdgasnetze) - Zentralle Lage zu Einsatzstoffen und Abgabemöglichkeiten Gärrückstände - Flächeninanspruchnahme. Weitere Kriterien können von dem AN ergänzt werden. Abschließend ist auf Grundlage dieser Bewertung einzuschätzen, für welche Region und für welche Art die Modellanlage in Sachsen-Anhalt realisierbar ist. 2.3.2 Konzeption der Modellanlage Anhand der bewerteten Kriterien ist eine Modellanlage zu konzipieren. Für diese Anlage sind die entsprechenden Kosten inkl. der Fördermöglichkeiten sowie die Möglichkeiten der nachgelagerten Nutzung, wie z.B. Einspeisung Strom-, Nah- und Fernwärme sowie Verwertung Gärreste darzulegen.