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Offenlandmonitoring auf Flächen des Nationalen Naturerbes - Werkvertrag zur Entwicklung eines Fachkonzeptes und Konkretisierung für zwei ausgewählte Biotopkomplexe

Bundesamt für Naturschutz, LeipzigFrist abgelaufen

Frist (abgelaufen)
vor 1053 Tagen abgelaufen
Geschätzter Wert
nicht angegeben
Verfahren
Öffentliche Ausschreibung
Ort der Leistung
nicht angegeben
Veröffentlicht

Die Vergabeunterlagen liegen auf der Plattform des Auftraggebers.

Beschreibung

Das Nationale Naturerbe (NNE) steht für die beispielhafte Initiative des Bundes, bundeseigene wertvolle Naturschutzflächen unentgeltlich an die Länder sowie Naturschutzverbände und -stiftungen zur dauerhaften naturschutzfachlichen Sicherung zu übertragen. Die NNE-Gesamtkulisse ist vielfältig und bundesweit über verschiedene Natur- und Lebensräume verteilt. Sie umfasst überwiegend Wälder, doch zu etwa einem Drittel auch Offenland, wie z.B. artenreiches und extensives Grünland, (Halb-)Trockenrasen und Heiden, sowie Moore. An die Übertragung der Flächen wurden naturschutzfachliche hohe Anforderungen gestellt. In den Wäldern des NNE hat langfristig die Naturwaldentwicklung Priorität, während wertvolles, geschütztes oder gefährdetes Offenland durch Pflegemaßnahmen erhalten bzw. entwickelt werden soll. Die neuen Eigentümer:innen und auch der Bund sind bestrebt, Informationen über den Zustand und die Veränderung ihrer Flächen zu erlangen. Es besteht jedoch keine Verpflichtung, ein Monitoring durchzuführen. Für die meisten Flächenempfänger:innen steht dem Wunsch eines Monitorings die Herausforderung der finanziellen und personellen Ausstattung gegenüber. Wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung des NNE-Monitorings unter breiter Beteiligung der Flächeneigentümer:innen sind deshalb möglichst einfache, zeit- und kostengünstige Methoden. Diese sollen auch von Ehrenamtlichen ohne ausgeprägte Expertise durchgeführt werden können und durch eine Standardisierung die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleisten. Neben Aussagen über die Entwicklung einzelner NNE-Gebiete ist es u. a. Ziel des NNE-Monitorings, Aussagen über die Entwicklung der NNE-Gesamtkulisse zu ermöglichen. Das NNE-Monitoring ist modular aufgebaut. Das fachliche Gesamtkonzept sieht eine Gliederung der Monitoring-Module in ein Grundprogramm (empfohlene Basisvariante unter möglichst breiter Beteiligung) sowie in ein Erweiterungsprogramm mit vertiefenden bzw. zusätzlichen Fragestellungen für ergänzende Informationen vor. Die Methoden des bereits entwickelten NNE-Wald-, Tagfalter- und Brutvogel-Monitorings orientieren sich weitestgehend an bundesweiten Monitoringprogrammen, die für das NNE-Monitoring zumeist in vereinfachter Form aufgegriffen und den Anforderungen des NNE-Monitorings entsprechend adaptiert werden, wobei die Vergleichbarkeit der Daten gewährleistet bleibt. Ein nächster Schritt ist nun die Entwicklung eines einheitlichen Monitorings für das Offenland auf Naturerbeflächen (NNE-Offenlandmonitoring). Zentraler Bestandteil dieser Ausschreibung ist die Entwicklung des Fachkonzeptes für das NNE- Offenlandmonitoring. Das Fachkonzept dient als rahmengebende Grundlage für die weitere, konkrete Entwicklung und Umsetzung des NNE-Offenlandmonitorings und soll die zukünftigen Aktivitäten flankieren und lenken. Hierzu ist es notwendig, zunächst die generellen fachlichen Anforderungen an möglichst aussagekräftige, repräsentative Erfassungen des NNE-Offenlandmonitorings sowie dessen generelle Inhalte und methodischen Ansätze, Messgrößen und Auswertungsmöglichkeiten zu erarbeiten und darzustellen. Zunächst ist außerdem zu prüfen, ob, wie und ggf. welche Felddaten (stichprobenhaft) erhoben werden könnten, um idealerweise den Zustand und die Veränderungen sowohl der Biotope bzw. Biotopkomplexe als auch des gesamten Offenlands auf Ebene der einzelnen NNE-Gebiete, der Eigentümer:innen-spezifischen Kulissen und der NNE-Gesamtkulisse abzuleiten. Darüber hinaus sind für eine eventuelle methodische Anlehnung bereits bestehende Monitoringansätze bzw. floristische Erfassungen zu prüfen. Insbesondere für das Grundprogramm ist anschließend ein möglichst ressourcenschonendes Fachkonzept zu entwickeln, das sowohl qualitative als auch semiquantitative Erhebungen vorsieht (Basismodul). Zum Beispiel könnte ein möglicher ressourcenschonender Ansatz sein, leicht bestimmbare bzw. leicht erlernbare, charakteristische Pflanzenarten vorzusehen. Für das ergänzende Erweiterungsprogramm (Vertiefungsmodul) sind zudem optionale Vertiefungsansätze (z.B. zusätzliche (Stör-)Zeiger- oder wertgebende Arten) für zusätzliche Fragestellungen zu entwickeln. Darüber hinaus kann eine weitere modulare Unterteilung, z.B. in Biotope bzw. Biotopkomplexe zielführend sein. Der zweite wesentliche Bestandteil des Werkvertrages ist es, auf Grundlage des entwickelten Fachkonzepts die ersten konkreten Methodenstandards des NNE-Offenlandmonitorings zu erarbeiten. Dabei sind für zunächst zwei Biotopkomplexe, die Inhalte und das genaue Vorgehen - von der Vorbereitung der Erfassungen bis zur Auswertung der Daten - zu entwickeln und soweit zu konkretisieren, dass im Anschluss an das Vorhaben erste praktische Erprobungen möglich sind. Für die erste Konkretisierung der Methodenstandards wurden die Biotopkomplexe halbtrockenes bis frisches Grünland und assoziierte Offenlandbiotope sowie Heiden, Sandtrockenrasen, Borstgrasrasen und assoziierte Offenlandbiotope ausgewählt. Hierfür sind insbesondere die Erfassungseinheiten, -häufigkeiten und -zeiträume, die Messgrößen und (vereinfachten) Artenlisten zu entwickeln und festzulegen. Ferner sind Erfassungsbögen zu entwickeln. Des Weiteren ist der Aufwand für die Erfassungen der zwei Biotopkomplexe abzuschätzen. Das zu entwickelnde Fachkonzept sowie die Konkretisierung für die beiden ausgewählten Biotopkomplexe sind zunächst als Entwürfe zu erarbeiten. Alle wesentlichen Arbeitsschritte sind in enger Absprache mit dem BfN vorzunehmen, welches regelmäßig über den Stand und die Durchführung des Werkvertrages zu unterrichten ist. Die mit dem BfN abgestimmten Konzeptentwürfe sind den NNE-Flächeneigentümer:innen auf einem durch das BfN zu organisierenden, eintägigen Präsenz-Workshop in Leipzig zu präsentieren und diskutieren. Darauf aufbauend sind das Fachkonzept für das NNE-Offenlandmonitoring und die Konkretisierung für die beiden Biotopkomplexe zu finalisieren und am Ende des Werkvertrages als barrierefreie Textfassung an das BfN zu übermitteln.