Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit Sachsen-Anhalt
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt, MagdeburgFrist abgelaufen
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Beschreibung
Die Stärkung von Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit und die Prävention von Rechtsextremismus, Rassismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist integraler Bestandteil der Arbeit der Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt. Das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit bietet einen bewährten Rahmen für das breite Engagement für Demokratie und gegen Ausgrenzung in Sachsen-Anhalt. Es hat dazu beigetragen, den vielen Engagierten im Land den Rücken zu stärken und demokratiefeindlichen Akteuren und deren Angriffen auf eine plurale Gesellschaft sichtbar entgegen zu treten. Laut Koalitionsvertrag der achten Legislaturperiode soll das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit „als Querschnittsvorhaben der gesamten Landesregierung finanziell untersetzt und gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Um den Wissenschafts-Praxis-Transfer zu verstärken, wird die wissenschaftliche Expertise der Hochschulen stärker einbezogen. Entsprechend dieser Vorgaben des Koalitionsvertrages wurde die Neuausrichtung des Landesprogramms in einem partizipativen Arbeitsprozess unter Beteiligung der Ressorts sowie zivilgesellschaftlicher Akteure gemeinsam vorgenommen. Fehlstellen und Bedarfe wurden im Rahmen eines landesweiten Demokratiekonferenz ermittelt und in das neue Landesprogramm eingearbeitet. Mit dem weiterentwickelten Programm will das Land u.a. die Demokratiebildung und interkulturelle Bildung in den Bildungsprogrammen und Lehrplänen in Kitas, Schule, Ausbildung, Studium sowie Erwachsenen- und Weiterbildung breiter verankern. Die stärkere Verankerung von Demokratie- und Vielfaltsbildung in den Regelstrukturen geht auf eine Empfehlung des zivilgesellschaftlichen Programmbeirates sowie eine Festlegung aus dem Koalitionsvertrag zurück. Zugleich soll die Arbeit gegen Hass im Netz und Antisemitismus sowie die Begegnungsarbeit mit jüdischer Kultur gestärkt werden. Weitere Programmschwerpunkte sind: „Aktive Bürgergesellschaft - Lebendige Demokratie gestalten“, Bildung für eine demokratische Gesellschaft“, „Vielfalt in Gesellschaft und Beruf“, „Medienkompetenz für eine digitale Zivilgesellschaft“, „Kinder- und Jugendbeteiligung für eine demokratische Zukunft“, „Gemeinsam für ein solidarisches Miteinander“, „Dialog, Qualitätssicherung und Vernetzung“ In ihrer Sitzung vom 20. September 2022 hat die Landesregierung das neu ausgerichtete Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit beschlossen. Das von der Landesregierung verabschiedete Landesprogramm selbst sieht vor, dass das Programmkonzept und die Umsetzung regelmäßig inhaltlich und strukturell geprüft und weiterentwickelt werden soll. Ziel dieser wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation soll sein, die Gesamtstruktur des Landesprogramms und seiner Gremien (Fachreferat MS, Interministerieller Arbeitskreis, Beirat) sowie die Arbeitsweise der im Rahmen des Landesprogramms und geförderten Maßnahmen, Strukturen und Projekte zu begleiten, einzuschätzen und entsprechende Weiterentwicklungsbedarfe kenntlich zu machen. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation stellen die Grundlage zur Verbesserung der Qualitätsstandards sowie für inhaltliche Weiterentwicklung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit dar. In der Programmevaluation sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Strukturen und Projekte wie effizient, bedarfsgerecht und problemlösungsorientiert arbeiten bzw. welche Punkte verändert werden müssen, um diese Kriterien besser zu erfüllen. Folgende Leitfragen zur Arbeit der Projekte sollen im Rahmen der Evaluation bearbeitet werden: - Welche Problemlagen und Konfliktlagen werden bearbeitet? Welche Handlungsansätze werden verfolgt? - Erreichen die Projekte ihre Ziele? - Welche Zielgruppen werden angesprochen? Mit welchen Strategien? - Was sind zentrale Handlungsfehler der Projekte, welche zentralen Herausforderungen lassen sich identifizieren? - Welche Nachhaltigkeitspotenziale entwickeln die Projekte? - Unter welchen Bedingungen lassen sich innovative Ansätze übertragen? - Welche Strukturen sind Ziel der Transferbemühungen der Projekte? - Welche Faktoren unterstützen die Umsetzung innovativer Projekte, insbesondere in Bezug auf die Anpassung von Konzepten, die Erreichung von Zielgruppen und Zielen sowie auf Transfer? Folgende zentrale Aufgaben leiten sich ab: - Entwicklung von Handlungsempfehlungen und Weiterentwicklungsbedarfen in Hinblick auf die Weiterentwicklung des Landesprogramms - Eine prozessbegleitende Evaluation im Sinne einer kontinuierlichen Rückkopplung an die Initiatoren, damit diese Ergebnisse möglichst effektiv zur Nachjustierung genutzt und Verluste minimiert werden können. Folgende Schritte sind erforderlich: - Begleitung der Strukturen und Arbeitsweisen des Landesprogramms und seiner Gremien (Stabsstelle, Interministerieller Arbeitskreis, Beirat), die eine jeweilige Rückmeldung an die konkret begleiteten Strukturen und Projekte ermöglicht - Darstellung von Weiterentwicklungsbedarfen unter Berücksichtigung der landesweiten Präventionsmaßnahmen und Präventionsprogramme des Bundes - Identifikation „Guter Beispiele“ mit Nachhaltigkeitsaspekten Ergebnisaufbereitung: - 1 Evaluationsbericht zur Umsetzung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in der 8. Legislaturperiode - Jährlich mind. zwei Arbeitsgespräche mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (RF 45) - 2026: Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen der Gremiensitzungen zum Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit (2 bis 3 Vorträge)